
Was, wenn alles, von dem du bisher dachtest, dass es richtig ist, genau dazu beiträgt, dass dein Alltag unerträglich geworden ist? Würdest du es ändern?
Das ist frei übersetzt das, was sich mir aus dem Song „Change“ von Tracy Chapman eingebrannt hat. Ein Lied, das mich gerade oft begleitet und immer wieder dieselbe Frage aufwirft: Wie lange macht man weiter, obwohl man längst spürt, dass etwas nicht mehr passt?
Wenn das „normale Leben“ plötzlich nicht mehr richtig erscheint
Ich bin gerade an einem Punkt, an dem ich vieles hinterfrage. Dinge, die ich mein Leben lang als richtig oder einfach als normal angesehen habe. Dinge, die man eben so macht.
Man geht in den Kindergarten, danach in die Schule und lernt einen Beruf. Entweder macht man eine Ausbildung oder studiert. Danach arbeitet man. Macht Karriere. Arbeitet nahezu jeden Tag den ganzen Tag. So funktioniert Leben.. zumindest wurde es mir immer so vermittelt.
Und jetzt sitze ich hier. Jeden Tag mindestens acht Stunden vor dem Rechner. Vierzig Stunden die Woche. Ich stehe morgens in aller Frühe auf, damit ich nach der Arbeit überhaupt noch irgendetwas vom Tag habe. Damit neben den acht Stunden Funktionieren auch noch Platz zum Leben bleibt.
Aber will ich das wirklich?
Nein.
Macht mich das glücklich?
Auch nein.
Eigentlich will ich einfach nur leben
Eigentlich wünsche ich mir etwas ganz anderes.
Ich möchte draußen sein. In der Natur. Bei meinen Tieren. Ich möchte den Tag nicht ständig nach Uhrzeiten und Terminen strukturieren müssen. Vielleicht auch mal ein paar Stunden am Rechner arbeiten? Ja, durchaus. Aber eben nicht so. Nicht in diesem starren Rhythmus, der kaum Luft zum Atmen lässt.
Ich möchte frei sein.
Frei in meinen Entscheidungen. Frei in meiner Zeiteinteilung. Frei darin, mein Leben so gestalten zu können, dass es sich auch wirklich nach meinem Leben anfühlt.
Zwischen Sicherheit und Freiheit
Und trotzdem stecke ich in einem System fest, das komplett anders funktioniert als das Leben, das ich mir eigentlich wünsche.
Ein System, das ich von klein auf kenne. Das vertraut ist. Und deshalb vermeintlich sicher wirkt.
Aber was bringt Sicherheit, wenn sie dich gleichzeitig kaputtmacht?
Vielleicht liegt genau darin die schwierigste Erkenntnis: Dass man etwas loslassen muss, obwohl es einem jahrelang als der einzig richtige Weg beigebracht wurde.
Veränderung beginnt oft in kleinen Schritten
Dabei müsste sich gar nicht von heute auf morgen alles ändern.
Vielleicht beginnt Veränderung viel kleiner, als wir denken. Mit ehrlichen Fragen. Mit dem Eingeständnis, dass etwas nicht mehr funktioniert. Mit ersten Entscheidungen, die sich zunächst unbequem anfühlen.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob Veränderung möglich ist.
Die Frage ist: Tust du es wirklich?
Änderst du das, von dem du immer geglaubt hast, dass es richtig ist, obwohl du längst spürst, dass es dich unglücklich macht?
Für mich persönlich gibt es darauf nur eine Antwort.
